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Nach einer mehrtägigen Dienstreise nach Paris kann ich feststellen, dass bei der größten Luft- und Raumfahrtmesse der Welt auch diesmal der „Kampf der Giganten“ im Mittelpunkt stand. Kurz vor dem Start der Paris Air Show in Le Bourget musste die Airbus-Mutter EADS einen Rückschlag einstecken. Das US-Verteidigungsministerium entschied sich bei der Wahl eines neuen Fracht- bzw. Truppentransporters gegen das Konsortium von EADS und Raytheon. Stattdessen kam die Konkurrenz aus Boeing, L3 Communications und Alenia/Finmeccanica zum Zug.

Zu Beginn der Show meldete Boeing dann, dass der Dreamliner, die B787, bereits bis ins Jahr 2015 ausverkauft sei. 584 Maschinen seien von 45 Kunden bestellt worden. Außerdem laufe im Unterschied zu Airbus alles nach Plan. Am 8. Juli werde das Flugzeug der Öffentlichkeit präsentiert, Mitte September sei der Jungfernflug und ab Mai 2008 werde ausgeliefert. Vor diesem Hintergrund wirkten die Fragen wichtiger Airbus-Kunden leicht deprimierend auf Beobachter. Denn die wollten wissen, wie um die Struktur bei der konkurrierenden A350 XWB steht. Oder sie interessierte deren frühester Auslieferungszeitpunkt (2013).

Aber abgerechnet wird bekanntlich am Ende. Auch am Ende der Paris Air Show in Le Bourget. Das galt sowohl für das Duell B787 vs. A350 XWB als auch für das Duell Boeing vs. Airbus. Und tatsächlich schaffte es Airbus, so viele Aufträge aus dem Hut zu zaubern, dass schon am Mittwoch Gleichstand war. Nämlich 600 Bestellungen jeweils für Airbus und für Boeing.

„Die beiden Riesen der Luftfahrtindustrie werden sich in der Spitze immer wieder abwechseln – bis andere Hersteller aus China oder anderswo durchstarten und das fremde Know-how mit eigenen Prisen würzen. Aber bis es soweit ist, wird der “Kampf der Giganten” Airbus und Boeing wohl noch im Mittelpunkt einiger Paris Air Shows in Le Bourget stehen.“

Dr. Dominik A. Faust

Fotos: © Dr. Dominik A. Faust