Mit der Transall von Penzing nach Zadar, Split und Trogir

Vorgeschichte

Von 1992 bis 1995 beherrschte der Krieg in Bosnien und Herzegowina die Nachrichten. Er wütete nur wenige Autostunden von Deutschland entfernt und kostete am Ende rund 100.000 Menschen das Leben. 2,2 Millionen Menschen mussten fliehen, viele von ihnen kamen nach Deutschland. Mit der Unterzeichnung des Dayton-Vertrags durch den serbischen Präsidenten Slobodan Milošević, den kroatischen Präsidenten Franjo Tuđman und den Vorsitzenden im bosnisch-herzegowinischen Präsidium Alija Izetbegović am 14. Dezember 1995 in Paris endete dieser Krieg formell.

Deutsches IFOR-Kontingent GECONIFOR

Um die Einhaltung des Friedensvertrags zu überwachen, setzte die NATO eine Friedenstruppe namens Implementation Force (IFOR) ein. Sie umfasste etwa 57.000 Soldaten, darunter 2.600 des deutschen Kontingents GECONIFOR (L). Es war im Westentlichen auf diese Standorte verteilt:

  • Zadar: Heeresfliegereinsatzverband mit CH-53 und Bell UH-1D („Huey“)
  • Benkovac: Pioniereinsatzverband
  • Šibenik: Einsatzunterstützungsverband für Nachschub und Instandsetzung
  • Camp Solaris bei Šibenik: Transporteinsatzverband
  • Trogir: Feldlazarett
  • Primošten: Feldjäger

Als junger Journalist und Student der Internationalen Beziehungen (inkl. Völkerrecht sowie Friedens- und Konfliktforschung) wollte ich mir unbedingt ein Bild von der Lage vor Ort machen. Die Bundeswehr machte dies für Journalisten möglich im Rahmen ihrer damals im Ausbau befindlichen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Einen entsprechenden Antrag stellte ich beim GECONIFOR (L) bzw. dem Heeresführungskommando (HFüKdo). Die Genehmigung wurde erteilt, ein geeignetes Zeitfenster gefunden: Am 16. September 1996 ging’s los:

Als Reporter vor Ort

16.09.1996: In den frühen Morgenstunden starten wir mit einer Transportmaschine vom Typ C 160 „Transall“ des Lufttransportgeschwaders 61 der Luftwaffe vom Fliegerhorst Penzing bei Landsberg/Lech. Ziel der ersten Etappe ist der Flughafen Zadar. Von dort geht es mit einem Kleinbus zur Akkreditierung für IFOR, für die OSZE und für die UN nach Split. Dort hatte die NATO Maintenance and Supply Agency (NAMSA) ein Büro. Anschließend erfolgt die Weiterfahrt nach Trogir, wo ich in einem Hotel untergebracht bin.

Reporter Dominik Faust

Teil 2

Deutsche Pioniere bauen Straßenabschnitt zwischen Ustikolina und Jabuka.

Sarajewo Sniper Alley

Teil 3

Bilder der zerschundenen Stadt Sarajevo, wenige Monate nach Belagerungsende.

Teil 4

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