2–3 Minuten

Prolog: Der Bosnien-Krieg

Nach dem Ende des I. Weltkriegs und der k. u. k. Monarchie in Österreich-Ungarn 1918 entstand das Vielvölker-Königreich Jugoslawien. Nach dem Ende des II. Weltkriegs 1945 bis 1992 existierte es als Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien. Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989 begannen die Völker nach Unabhängigkeit zu streben. Von 1992 bis 1995 beherrschte der Krieg in Bosnien und Herzegowina die Nachrichten. Er wütete nur wenige Autostunden von Deutschland entfernt und kostete am Ende rund 100.000 Menschen das Leben. 2,2 Millionen Menschen mussten fliehen, viele von ihnen kamen nach Deutschland. Mit der Unterzeichnung des Dayton-Vertrags durch den serbischen Präsidenten Slobodan Milošević, den kroatischen Präsidenten Franjo Tuđman und den Vorsitzenden im bosnisch-herzegowinischen Präsidium Alija Izetbegović am 14. Dezember 1995 in Paris endete dieser Krieg formell.

Deutsches IFOR-Kontingent GECONIFOR

Um die Einhaltung des Friedensvertrags zu überwachen, setzte die NATO auf Grundlage der Resolution 1031 der Vereinten Nationen (Basis: Kapitel VII VN-Charta) eine Friedenstruppe namens Implementation Force (IFOR) ein. Sie umfasste etwa 57.000 Soldaten, darunter 2.600 des deutschen Kontingents GECONIFOR (L). Dieses war im Wesentlichen auf diese Standorte verteilt:

  • Zadar: Heeresfliegereinsatzverband mit CH-53 und Bell UH-1D („Huey“)
  • Benkovac: Pioniereinsatzverband
  • Šibenik: Einsatzunterstützungsverband für Nachschub und Instandsetzung
  • Camp Solaris bei Šibenik: Transporteinsatzverband
  • Trogir: Stab GECONIFOR (L) und Feldlazarett
  • Primošten: Feldjäger

Kommandeur des 3. deutschen IFOR-Kontingents und nationaler Befehlshaber im Einsatzland war zu jener Zeit General i.G. Friedrich-Wilhelm Riechmann.

General Friedrich Riechmann
General Friedrich Riechmann (Blick in die Kamera) und Verteidigungsminister Volker Rühe am 19. September 1996 am Flughafen in Zadar. Foto: © Dr. Dominik A. Faust

Als junger Journalist und Student der Internationalen Beziehungen (inkl. Völkerrecht sowie Friedens- und Konfliktforschung) wollte ich mir unbedingt ein Bild von der Lage vor Ort machen. Die Bundeswehr machte dies für Journalisten möglich im Rahmen ihrer damals im Ausbau befindlichen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Einen entsprechenden Antrag stellte ich beim GECONIFOR (L) bzw. dem Heeresführungskommando (HFüKdo). Die Genehmigung wurde erteilt, ein geeignetes Zeitfenster gefunden: Am 16. September 1996 ging’s los:


Mit der Transall von Penzing nach Zadar, Split und Trogir

16.09.1996: In den frühen Morgenstunden starte ich mit einer Transportmaschine vom Typ C 160 Transall des Lufttransportgeschwaders 61 der Luftwaffe vom Fliegerhorst Penzing bei Landsberg/Lech. Ziel der ersten Etappe ist der Flughafen Zadar. Von dort geht es mit einem Kleinbus zur Akkreditierung für IFOR, für die OSZE und für die UN nach Split. Dort hatte die NATO Maintenance and Supply Agency (NAMSA) ein Büro. Anschließend erfolgt die Weiterfahrt nach Trogir, wo sich sowohl der Stab GECONIFOR (L) befindet als auch mein Hotel.

Titelbild: © Dr. Dominik A. Faust

Reporter Dominik Faust

Teil 2/4

Deutsche Pioniere bauen Straßenabschnitt zwischen Ustikolina und Jabuka.

Volker Rühe in Sarajevo

Teil 3/4

Verteidigungsminister Volker Rühe (CDU) informiert die Medien & besucht die Truppe.

Sarajewo

Teil 4/4

Bilder der zerschundenen Stadt Sarajevo, wenige Monate nach Kriegsende.